Das Pfandleihhaus und seine Geschichte von der Antike bis heute

Bereits in der Antike existierte das Prinzip wertvolle Gegenstände gegen einen Kredit zu beleihen. Im alten Babylon, etwa 500 vor Christus, tauchte erstmals eine Auktion auf, in dem eine Ware über ein öffentliches Bieterverfahren an den Meistbietenden veräußert wurde.
Da das Banken- und Kreditwesen erst später entstand, entwickelte sich im Mittelalter der Besuch einer Pfandleihe für große Teile der Bevölkerung zur einzigen Möglichkeit ein Darlehen zu erhalten. Da es der jüdischen Bevölkerung verboten war, in eine Zunft einzutreten und ein Handwerk zu erlernen und auszuüben, ließen sich viele im finanziellen Sektor nieder, u.a. in Pfandleihen.
1361 gründete der Bischof von London eine Bank, die Geld gegen Pfand ohne Zinsen verlieh, aber ohne Erfolg, da das Kapital rasch aufgebraucht war.
Die Mönche des Franziskanerordens hatten zahlreiche Ideen und Ansätze der einfachen Bevölkerung zu helfen, u.a. auch die Institutionalisierung der Leihhäuser, aufgrund der herrschenden Armut und horrenden Zinsen seitens der Pfandleihen. Somit wurde das erste öffentliche Leihamt 1462 von dem Franziskaner Barnada in Perugia gegründet, bekannt als "Monte di pietà" (Berg der Barmherzigkeit) und sollte es der Bevölkerung ermöglichen, gegen Hinterlegung eines Wertgegenstandes an Geld zu kommen und dem privaten Wucher entgegen zu wirken.
Nach und nach breitete sich das Konzept in ganz Europa aus.1603 wurde in Deutschland die "Augsburger Pfandleihanstalt" und 1692 in Berlin das "Kurfürstliche Pfandhaus" gegründet. Die Blütezeit der Pfandleihen endete vorerst mit Beginn des dreißigjährigen Krieges.
Im Anfang des 20. Jahrhunderts übernahmen Pfandhäuser Funktionen ähnlich der heutigen Kreditinstitute. Für einen Wertgegenstand wurde ein verhältnismäßiger Geldbetrag ausbezahlt und durch die fristgerechte Rückzahlung das Auslösen des Pfandes ermöglicht. Mit Beendigung des ersten Weltkrieges und der folgenden Weltwirtschaftskrise erlebten die Pfandhäuser einen wahren Massenandrang. Jeder Gegenstand wurde selbst für die geringste Menge an Geldes versetzt, somit stieg auch die Menge an nicht ausgelöster Pfänder in den Jahre zwischen 1933 und 1945 drastisch an und die Pfandhäuser mussten mit dem Schwarzmarkt konkurrieren, auf dem weitaus höhere Geldbeträge für die zu versetzenden Gegenstände flossen.
Somit hat das Pfandgeschäft eine weitreichende Geschichte, das Konzept hat seit über 500 Jahren bewährt und ist bis heute nach wie vor für Personen interessant, die einen schnellen und unkomplizierten Kredit benötigen.

(Bild: "The Pawn", ein restauriertes Wohnhaus und bekanntes Pfandleihergeschäft in Hongkong von 1888, als örtliches Kulturerbe eingetragen und beherbergt heute eine Bar und ein Restaurant.)

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